Museum nimmt Konturen an
Mittwoch, 02. August 2006

Umfangreiche Arbeiten am und im Bunker für Dokumentationsstätte des "Kalten Krieges" geplant

Foto: Die MAN-Tore als gewaltige Zeugen und Abschl├╝sse des Bunkers sollen im Museum wieder 'in Betrieb' gehen. Sie beeindrucken nicht nur durch ihre Dimension und das Gewicht von 25 Tonnen, sondern verraten durch die technischen Paramete auch, welche Vorstellungen der Auftraggeber zum Bunkerbau vom Szenario des 3. Weltkrieges hatte.

Nicht nur etwas über den "Kalten Krieg" hören, sondern ihn "Be-greifen" - das ist Kern des Museumsprojektes am und im ehemaligen Regierungsbunker der Bundesrepublik Deutschland. Als Dokumentationsstätte des "Kalten Krieges" soll ein einmaliges Konzept an einem einmaligen Ort Geschichte erzählen und sie handfest vermitteln. Die Gespräche dazu zwischen dem Heimatverein "Alt-Ahrweiler" als Träger, dem "Haus der Geschichte" und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung laufen - und entwickeln sich vielversprechend.

Wie das Museum am Ausgang Ost-Ost nahe Ahrweiler im Detail aussehen wird, ist noch nicht spruchreif. Doch erste Vorschläge liegen auf dem Tisch. "In einigen Wochen werden wir genauer wissen, was den Besucher ab 2007 im Museum erwarten wird", macht Dr. Wilbert Herschbach als Vorsitzender des Heimatvereins neugierig und nennt die ersten Ergebnisse "wirklich gut. Das, was jüngst im kleinsten Kreis besprochen wurde, hat Hand und Fuß". Der Bund - er bleibt Eigentümer des Tunnelsystems zwischen Dernau und Ahrweiler, in dem bis zur Außerdienststellung Ende 1997 der "Ausweichsitz der Verfassungsorgane" untergebracht war - hat sich nicht nur Gedanken gemacht, die in ihrer Art einmalige Anlage mit Leben zu erfüllen, auch der finanzielle Aufwand ist erheblich. So soll auf - im Verhältnis zur Gesamtgröße des Komplexes von über 17 Kilometern - wenigen Metern ein reales Bild des Schutzbaus und seiner Aufgabe gezeichnet werden. Dazu zählt auch, die technisch und in ihrer Ausführung beeindruckenden MAN-Tore wieder ans Stromnetzes anzuschließen und dann "in Betrieb" zu nehmen.

Museums-Eröffnung verschoben

Bis dahin - der Start für den Museumsbetrieb ist auf September 2007 verschoben worden - liegt noch ein gutes Stück Weg vor den Partnern des Projektes. Das gilt auch für die vollständige Einrichtung der Anlage, deren Objekte zum Teil weite und kuriose Wege durch die Republik erfahren haben. Ohne die Unterstützung zahlreicher Einrichtungen wird das Zusammentragen nicht möglich sein, "doch auch hier können wir uns über mangelnde Unterstützung nicht beklagen", so Herschbach, der dem Projekt und seiner Umsetzung optimistisch entgegensieht.

Rein technisch gilt es insbesondere die Klimatisierung wieder in Gang zu setzen, denn die Feuchtigkeit ist aktuell der größte Feind im Bunker. Zahlreiche Bauelemente wie die Deckenverkleidung und alle Metallteile haben deutlich gelitten oder mussten bereits entfernt werden. Ebenso fehlen Teile der Anlage nach Vandalismus und Diebstahl oder sind beschädigt.

Wichtigste Voraussetzung von technischer Seite bleibt der Anschluss an das Versorgungsnetz. "Wir wollen schnellstmöglich einen Stromanschluss legen und führen hierzu aktuell alle wichtigen Gespräche", so Herschbach. Spätestens dann heißt es: Wir sehen wieder Licht am Ende des Tunnels. Das ist dann dort, wo ab Herbst kommenden Jahres die ersten Besucher in die unheimliche Welt des "Kalten Krieges" eintauchen werden.