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9(2) Ausweichsitz der Landesregierung Saarland

Neben dem Dekonbereich ging auch das nachgelagerte Bunker-Klo samt Reinigungsmittel aus den 80er Jahren auf eine ungewöhnliche Zeitreise und wartet noch heute auf den nächsten Einsatz.
Panzerschrank (rechts) für Unterlagen mit Verschlussgraden im Zimmer des Bunkerkommandanten. Hier wurde eingelagert, was nur für den Ernstfall hätte bemüht werden dürfen. Dummerweise hat heute niemand mehr via Zahlen-Code Zugang zu diesem kleinen Bunker im Bunker und er behält das für sich, was ihm einst anvertraut wurde.
Zurückgelassener Schreibtisch. Wie auch immer dieses unterirdische Reich des Kalten Krieges aufgegeben wurde, eine wirkliche Räumung, geschweige Rückbau, hat es im Saarland nie gegeben. Alles wirkt eher so, als ob morgen der Bunkeralltag wieder aufgenommen würde.
Aufgegebene Küche. Auch hier wurde gespült, eingeräumt, abgerückt. 15 Jahre nach der Aufgabe der Landesbunker steht (im Herbst 2008) sogar das Geschirr noch im Schrank.
Handvermittlung der Fernmeldetechnik.
Handvermittlung der Fernmeldetechnik (vergrößert).
 Kein Anschluss mehr. Am 13. Januar 1993 wird das Saarland, wie auch alle weiteren Bundesländer (auch die neuen!) vom Bundesinnenministerium angeschrieben. Der Bund stellt die weitere Nutzung der Ausweichsitze frei. Am 23. Februar 1993 antwortet das Ministerium des Innern, Saarland: „Das Saarland hat keinen geschützten Ausweichsitz. Die in den sechziger Jahren begonnenen vorläufigen Planungen in ungeschützten Objekten sind aufgehoben. Im Auftrag, Grundmann“. Damit hat sich auch das Saarland aus diesem Kapitel des Kalten Krieges abgemeldet.
Gedämpfte Aufhängung eines Fernmeldeschaltschrankes an der Decke. Alles ausgelegt auf den kleinen Rums mit dreifacher Erdbeschleunigung von 3g. Auch ohne atomare Schockwelle ist alles vergänglich, was aus organischen Materialien gefertigt wurde. Der Schimmelpilz verrät heute, wo Natur drinne steckt. Selbst bei den Ummantellungen der elektrischen Leitungen ist mit einem Blick erkennbar, was Kunststoff ist und was nicht.
Ab 1960 modernisierter Fernmeldebunker, der im zweiten Weltkrieg errichtet wurde.
Fernmeldetechnik aus den 60er und 70er Jahren.
Wie auch im Bunker unter dem Hochwald-Gymnasium wurde im abgesetzten Fernemeldebunker der saarländischen Landesregierung auf Technik der Firma „Standard Elektrik Lorenz“ zurück gegriffen. Typennummer und Baujahr sind identisch, was auf eine einheitliche Planung der Wadern-Bunker schließen lässt.
Telefon ohne Wählscheibe, dafür mit um so mehr Schimmelbefall. Die Feuchtigkeit im Bunker ist enorm. Alle noch verbliebenen Papiere und Dokumente sind längst verschimmelt, wie auch weite Teile der Technik.
Hier liefen alle Fernmeldeverbindungen zusammen. Wurde ein Großteil der Technik abgebaut, sind die Drehstühle vergangener Tage seit Jahren nicht mehr benutzte Zeitzeugen. Ein Rückbau dieser Anlage ist kein Thema in Saarlands Innenministerium, also wird dieses Reich des Kalten Krieges auch noch weiterhin vor sich hin fristen und alle Jubeljahre Besucher empfangen. Im Oktober 2008 öffnet sich – dank der Unterstützung des Innenministeriums – erstmals der Bunker einer überschaubaren Öffentlichkeit von zwei Personen, die zusammen mit den Innenministerialen im Akkord sichten und dokumentieren.
Sitz im Ausweichsitz.
Der Weltkriegsbunker wurde in den 60er Jahren um einen Anbau erweitert, in dem dann die Anlagen für eine autarke Notfallversorgung eingebaut wurden, darunter auch eine eigene Stromversorgung und Klimatechnik.
Filter für die Luftreinigung der Firma Auer aus dem Jahr 1970.
Alles noch unter Strom: Spannungsverteilung im Fernmeldebunker. An der Decke wurden hier sogar Brandmelder nachgerüstet. Meldete das saarländische Innenministerium im Februar 1993 nach Bonn die Aufgabe der Ausweichsitzplanung, rüstete man im Fernmeldebunker sogar noch im Sommer 1993 bei der Technik nach, so bei den kostenintensiven Kompressoren für die Klimatechnik.
Hubschrauberlandeplatz vor den Toren des saarländischen Ausweichsitzes. Noch immer kümmert sich das Innenministerium darum, das die Wiese gemäht wird.
Eingezäuntes Gelände zum Ausweichsitz, der über zwei Haupteingänge erreichbar war.
Der rechte, größere Zugang, der inzwischen wieder zugemauert ist. Wie auch beim Regierungsbunker im Ahrtal entschied sich das Saarland, einen natürlich gewachsenen Fels anzustechen und zwei Röhren mit Quergängen am Dagstuhl auszubauen. Erfahrungen aus dem Bergbau mögen dabei eine Rolle gespielt haben, allerdings ging diesen ehrgeizigen Plänen bald das Geld aus. War das Saarland als erstes Bundesland überhaupt in die bauliche Umsetzung eines Ausweichsitzes gestartet, zählte es – wie auch andere Bundesländer – zu jenen, die es nicht zu Ende brachten und ohne befestigten Befehlsstand durch den Kalten Krieg kamen. An den Wintex/Cimex/Fallex-Übungen nahm man dennoch teil. Die Befehlsstände wechselten in Saarbrücken in Funkräume des Innenministeriums und probten von hier den Ernstfall.
Der kleinere, linke Zugang zum Ausweichsitz des Saarlandes rund 100 Meter entfernt vom größeren Hauptzugang.
Fertiggestellt wurde ein Zugang auf dem Berg über dem Stollensystem, durch den u.a. die Kabel der Sendeanlage in die Tiefe geführt werden.
Abwärts. Über solche Leitern und Podeste führt der Weg - auch als Notausstieg angelegt - rund 80 Meter in die Tiefe zum Ausweichsitzes des Saarlandes.
Gegenschuss von unten nach oben. Dieser Schacht diente nicht nur als Notausstieg und Kabelführung, sondern während der Bauzeit auch der Versorgung. Rund 15 Meter unter der Erde ist heute noch ein schwerer Kran im Außenbauwerk eingebaut.
Bereits im Bunker verlegte Kabel der Nachrichtentechnik. Deutlich zu erkennen ist runde Sohle. Wie zwischen Ahrweiler und Dernau, baute auch das Saarland ein Röhrensystem. Nur sollte hier eine Ebene eingezogen werden, unter der im Tunnelboden die Versorgung liegen sollte.
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